Gedankenspiele: „Wie mach ich´s richtig, wenn ich´s richtig mache?“

Wenn man in Jammerlaune ist, konzentriert man sich gern auf Dinge, von denen man glaubt, dass man sie nicht kann. Das ist auch in Ordnung, denn erstens ist Jammern schön, und zweitens muss man die meisten Sachen ja auch gar nicht können. Stabhochsprung oder Seiltanzen sind zum Beispiel Fähigkeiten, die nicht unbedingt notwendig sind, um den Alltag zu bewältigen.

Was aber, wenn man zum Beispiel für den Job etwas können muss, von dem man glaubt, dass man es partout nie und unter keinen Umständen lernen kann? Dann wechselt man entweder den Job – was durchaus eine legitime Alternative ist – oder man bedient sich des Querdenkens, um auch diese (noch) ungeliebte Fähigkeit zu erlernen (wenn man will).

Als erstes braucht man für dieses Fragespiel eine Sache, die man nicht kann, aber gerne können muss oder möchte:

Beispiel: Ich kann keine Steuererklärung machen, und ich hasse es, eine Steuererklärung zu machen, aber ich muss es können, sonst bekomme ich vom Finanzamt eins über die Rübe.

Nun schreibe mindestens eine Tagebuchseite voll, in der Du alles nur Erdenkliche an Gründen notierst:

- warum Du das nicht kannst

- warum Du es nicht leiden kannst

- warum Du es nie und unter keinen Umständen wirst lernen können.

Nur zu! Wenn Dir nichts mehr einfällt, denk Dir Gründe aus.

Der zweite Schritt ist, sich etwas, eine Fähigkeit zu suchen, die man richtig gut kann und auch tun mag. Zum Beispiel könnte das ein Hobby sein, oder eine Sache in der Arbeit, die Du besonders gern machst. Wenn Du Dich grade so miserabel fühlst, dass Du denkst, Du kannst gar nichts, und mögen tust Du erst recht nichts (nicht einmal Dein Lieblingscomputerspiel), dann sei Dir hiermit gesagt: Eins kannst Du ganz sicher: Lesen. Sonst wärst Du jetzt nicht an dieser Textstelle. Du darfst auch gern solche Sachen nehmen, die „man“ gar nicht als Fähigkeiten akzeptiert, aber ich lasse sie hier gern gelten, denn Du tust sie ja offensichtlich ganz gern. Hierzu gehören z.B. Fernsehen gucken oder schlafen (und ja, meine Güte, auch „das“ , was ich hier jetzt nicht explizit nennen werde ;) – ist schließlich Dein Tagebuch)

Beispiel: Ich kann besonders gut [Lieblingstätigkeit einfügen], und ich liebe es zu [Lieblingstätigkeit einfügen], ich könnte den ganzen Tag nichts anderes machen.

Schreib nun ebenfalls eine Seite voll mit den Gründen:

- warum Du kannst, was Du kannst

- wie Du so gut darin geworden bist

- wie es dazu gekommen ist, dass Du darin so erfolgreich bist

- wann Du das, was Du so gut kannst und liebst, zum ersten Mal gemacht hast

- warum Du es immer wieder gern tust, was Du davon hast, dass Du es tust

- was genau Dich darin so gut macht

Als dritten Schritt überlegst Du Dir nun, was Du in dem, worin Du so gut bist, ANDERS machst als in der Sache, die Du nicht zu können glaubst.

- wie würdest Du jemanden, der sich auch für das interessiert, was Deine große Fähigkeit ist, erklären, wie man in dieser Sache Erfolg hat?

- wenn Probleme bei Deiner Lieblingssache auftreten sind: wie hast Du diese gelöst?

- was würdest Du jemanden empfehlen, der sich noch unsicher in dieser Sache fühlt, wie er / sie Erfolg haben kann?

- kann man die Erfolgstrategien in deiner Lieblingssache auch auf das anwenden, was Du „nicht kannst“?

Schreibe auch hier mindestens eine Seite.

Dieses Spiel bringt Spaß und lockert Deine Gedankengänge etwas auf, so dass Du schnell wieder gute Laune haben kannst. Übrigens: es gibt auch Steuerberater – und somit keinen Grund, warum Du die Steuererklärung selbst ausfüllen müsstest ;)


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